"Folgen der Geldschwemme"

erschienen auf spiegel online am 04.03.2013

Der Autor des Artikels behauptet, wir hätten jetzt das, was sich einige Geldsystemreformer wünschen: Geld ohne Zinsen. Das ist natürlich falsch. Ich weiß nicht, ob er sich jemals wirklich mit der Freigeld-Theorie beschäftigt hat, aber auf jeden Fall verdreht und vermischt er Argumente und Realität so, dass ein "breiiger" Artikel entsteht, der dem Laien schlüssig vorkommt, was er aber nicht ist. Und er macht sich über die Freigeld-Anhänger lustig. Das kann er gerne tun, zeugt aber nicht unbedingt von Professionalität. Und moralisch ist es besonders fragwürdig, sich über Menschen lustig zu machen, die versuchen, die Welt ein bisschen besser zu machen.

Der Artikel ist argumentativ falsch, aber polemisch sehr gut; er macht ordentlich Stimmung gegen die Geldsystemkritiker. Ist das Angst?

Die Idee des freien Marktes basiert auf der Annahme, dass in einem unregulierten "freien" Markt, die Marktkräfte sich ausgleichen.

Konstruieren wir mal ein künstliches, unreguliertes System. Wir haben einen Raum voller Katzen und werfen da noch ein Tigerbaby rein und schauen mal, wie lange das gut geht. 

 

 "Gold, das nicht glänzt" erschienen auf zeit.de am 08.11.2012

 
Der Autor des Artikels "Gold, das nicht glänzt" schlägt vor das Gold ins Meer zu kippen, weil es keinen Wert hat. Na schön. Was hat denn dann einen Wert? Bunt bedrucktes Papier etwa? Bits und Bytes in einem Computer? Alles bekommt seinen Wert erst durch unsere Wertschätzung und den Nutzen, den wir ihm abgewinnen können. Zugegeben ist unsere Wirtschaft nicht abhängig von Gold und würde wahrscheinlich auch gut ohne auskommen. Das heißt aber nicht, dass Gold wertlos ist. Gold ist ein Material, mit vielen Eigenschaften. Es wird in der Elektronik, Medizin und Optik verwendet, man kann es hauchdünn ausrollen, es ist schön anzusehen, verliert nie seinen Glanz und vieles mehr. Deswegen wird es von uns wertgeschätzt. Und momentan eben etwas mehr, weil die Menschen Angst vor dem Kaufkraftverlust (allgemein auch "Wertverlust" genannt) ihres Geldes haben. Denn im Gegensatz zum Papiergeld hat Gold einen (höheren) Materialwert, den es nie verlieren wird und seine Menge ist, im Gegensatz zu unserem Geld, physikalisch begrenzt. Dass die Menschen sich nun daran erinnern ist ihnen nicht zu verdenken. Und wenn diese Menschen nun einen Goldstandard wollen, ist das keine Demokratie?

Einer der besten Artikel die ich zu den Problemen unseres Geldsystems gelesen habe. Kurz und bündig wird alles aufgezählt und die Konsequenzen erläutert.

  • Geld entsteht nur durch Verschuldung
  • Zinsen verteilen Geld von Arm nach Reich
  • Zinsen erzeugen Wachstumsdruck
  • Die Zentralbank hat nur indirekt Kontrolle über die Geldmenge
  • Motivation der Geschäftsbanken bei der Geldschöpfung steht der Motivation der Zentralbank diametral gegenüber

Hier geht's zum Artikel:

Währungsreform? Oder Geldreform?