Folgendes Gedicht von Barbara hat mich bewegt. Und inspiriert.

 

© barbara.

Die Gier nach Geld kommt nicht von ungefähr,
wir müssen erst verstehen woher.
Geld ist nicht einfach da
und das ist leider wahr.
Wir können uns Geld nur leihen
und das ist nicht zu verzeihen.
Statt für unser Leben zu sorgen,
müssen wir uns ständig Geld borgen.
Gebortes Geld schafft nur geborgtes Überleben hier.
Aus dieser Angst entsteht die Gier.
Wollen wir die Gier und die Welt ändern,
müssen wir auch das Geld ändern.
 
Marc.


Das Problem mit dem Geld-Problem ist, dass es die meisten Menschen weder sehen noch verstehen, weil es einfach zu abstrakt ist. Es ist viel "einfacher" das Bild eines verkrüppelten Menschen, eines hungernden Kindes oder eines misshandelten Hundes zu zeigen. Das sind Bilder, die unser Verstand sofort einordnen kann.
Geld dagegen ist für die meisten Menschen einfach da und wird benutzt. That's it! Und selbst wenn man ihnen erklärt, wie unser Geld (-system) funktioniert, können oder wollen die meisten nicht die Konsequenzen verstehen, die sich daraus ergeben.

Im folgenden beziehe ich mich auf eine Kurzstudie, die von Sven Giegold MdEP beauftragt wurde: "Hochzeit für Geldverbesserer - von Thomas Fricke". Den Text fand ich wenig strukturiert, voller seltsamer Fragen und impliziter Behauptungen. Darauf ist Norbert Häring bereits wunderbar in seinem Kommentar eingegangen. Ich beschränke mich hier auf die fachlichen Aspekte und folge dem Originaltext.

Aktuell gibt es mal wieder Gerüchte, es könnte ein Bargeldverbot geben. Unbestritten sind die Argumente der Bargeldverbieter gut: Es wird schwieriger kriminelles Schwarzgeld zu bunkern, illegale Geschäfte, sowie Korruption, etc. werden erschwert. Auf der anderen Seite herrscht die Angst vor einem totalitären Überwachungsstaat, in dem Big Brother alles über jeden weiß, weil er alle Transanktionen kennt.

Ich kann beide Seiten gut verstehen, will aber diese Diskussion hier nicht aufnehmen, sondern mich auf die gesetzlichen Konsequenzen konzentrieren.

Die aktuelle Niedrigzinsphase lässt Freigeld-Anhänger nicht unbedingt jubeln. Die Minuszinsen auf Einlagen bei der EZB sind noch lange keine Umlaufsicherung. Von den Freigeld-Kritikern wird gerne behauptet, dass das aktuelle Zins-Umfeld ja schon dem Freigeld-Gedanken, nämlich fast kostenlose Kredite, entsprechen würde. Jetzt hat die EZB auch noch einen negativen Zins von -0,1% auf die Einlagen der Banken beschlossen. Jetzt haben wir also Freigeld, oder!? Mitnichten!