Punkt 1 und 2 würden direkt durch das Grundeinkommen erfüllt. Bei Punkt 3 würde das Grundeinkommen auch helfen. Vielleicht nicht direkt, aber schauen wir uns die Punkte im Detail an.

 

1. Lebensverhältnisse

Was trägt zu ungleichen Lebensverhältnissen bei?

  • Einkommen
  • Ausgaben
  • Ausbildung

Auf dem Land gibt es wenige Arbeitsplätze und somit wenig Einkommen, was die Mieten (und andere Ausgaben) niedrig hält. Aber was nutzen niedrige Mieten, wenn man keinen Arbeitsplatz und somit kein Einkommen hat?

Im städtischen Bereich dagegen konzentriert sich die Industrie, es gibt viele Arbeitsplätze, die teilweise auch höher bezahlt sind (z.B. bei Banken in Frankfurt). Das begrenzte Angebot an Wohnungen, die hohe Nachfrage und die teils hohen Einkommen treiben aber die Wohnungs- und Mietpreise nach oben.

Und in Bezug auf die Ausbildung gilt (mit Ausnahmen): Je geringer die Ausbildung, um so geringer das Einkommen.

Mit einem BGE würde sich all das ändern.

Ländliche Gegenden werden attraktiver, weil man durch das BGE nicht mehr so sehr von einem Arbeitsplatz (-Einkommen) abhängig ist und die Mieten niedrig sind. Mit den Menschen kommt dann auch das Geld (= BGE) und somit die Nachfrage nach Arbeit, wodurch Arbeitsplätze geschaffen werden. Es wird also mehr Arbeitsplätze geben und Menschen, die "zurück auf's Land" ziehen. 

Mit der damit einhergehenden schwindenden Nachfrage nach Wohnungen in der Stadt werden dort die Mieten sinken. 

Die schlecht bezahlten Jobs werden ebenfalls verschwinden, denn mit BGE lässt sich niemand mehr so schnell ausbeuten. Ein Niedriglohnsektor, wie er heute existiert und Menschen ausbeutet, wird verschwinden.

 

2. Ehrenamt

Das Ehrenamt scheitert heutzutage an zwei Dingen. Die Menschen haben keine Zeit, weil sie mit 2-3 Jobs, Überstunden und 2h Pendelei am Tag schon genug zu tun haben. Außerdem denken sie nur noch: "Was ist für mich drin?" Das Gemeinschaftsgefühl schwindet. Es ist nicht mehr selbstverständlich, etwas ohne Gegenleistung zu tun. Dazu trägt unsere aktuelle Wirtschaftsform bei: wer nicht egoistisch denkt, bleibt auf der Strecke. Wer egoistisch denkt und handelt hat Erfolg, viel Geld und Anerkennung.

Mit einem BGE würde sich all das ändern.

Man ist versorgt, man hat ja mit dem BGE ein Einkommen. Man kann Teilzeit arbeiten oder voll und ganz einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehen, wenn man das möchte. Mehreren Jobs nachzugehen, um den Lebensunterhalt zu verdienen, wird es nicht mehr geben. Die Menschen werden mehr Zeit haben.

Auch das Gemeinschaftsgefühl wird sich ändern. Durch das BGE gestehen wir jedem Menschen zu, dass er wertvoll ist und ein Einkommen verdient hat. Wir müssen nicht mehr mit dem Nachbarn um  den Arbeitsplatz kämpfen. Somit wird sich auch die gesellschaftliche Sicht auf das Ehrenamt ändern.

 

Punkt 3 ist etwas schwieriger

3. Finanzausstattung

Ich denke, dass gerade die ländlichen Kommunen finanziell von einem BGE profitieren werden. Wie bereits oben beschrieben, kommen mit dem BGE die Menschen und das Einkommen. Mit dem Einkommen kommt die Nachfrage, mit der Nachfrage die Arbeitsplätze und damit die Steuern.

Aber zugegebenermaßen sind die maroden Finanzen ein ganz anderes Kaliber und nur mit der Einführung eines BGE bestimmt nicht behoben. Aber ich denke, dass es trotzdem vielen Kommunen helfen wird.

 

Jetzt müssen die Menschen, die für die Volksentscheiden gestimmt haben nur noch verstehen, wie gut ein bedingungsloses Grundeinkommen ihre Forderungen unterstützt.